... - wir fahren mit unseren Optikindern nach Helgoland!
Was motiviert Kinder, den eigenen Horizont zu erweitern, intensiver an das Thema Wellentaktik ranzugehen und nicht nur zu denken: "Die paar Male, das wir auf der Müritz mit wirklichen Wellen zu tun haben..."? Auf jeden Fall eine tolle Veranstaltung, die super organisiert, den Kindern die Freude an Welle und Strom vermittelt! ... und mir als Trainer die Möglichkeit gibt neue Praxiserfahrungen mit Segeltheorie zu untersetzen!
Mit großem Interesse und viel Schwung gingen unsere Kinder diese Abenteuer an. Allerdings gleich schon die ersten schwierigen Grundvoraussetzungen: Jedes Coachboot ist Teil des Sicherheitskonzeptes und muss redundant mit jeweils zwei Personen mit Sportbootführerschein See und Funkschein (SRC) besetzt sein. Da bisher keiner der Eltern unserer Seglekinder entsprechend ausgerüstet ist – sprang meine Frau Annabelle spontan ein und war für die gesamte Zeit dauerhaftes Crewmitglied!
Erlebnisbericht der Segelkinder:
Ich bin Klara, habe mit neun Jahren angefangen zu segeln und bin jetzt schon seit einem ganzen Jahr dabei. Ich bin schon viele Regatten gesegelt, aber auf Helgoland zu sein und dann auf der Nordsee zu segeln, war die krasseste Regatta, die ich je gesegelt bin. Ich habe den 15. Platz errungen.Wir hatten am Sonntag leider keinen Wind zum Segeln, also sind wir nach einer halben Stunde wieder reingefahren. Am Montag hatten wir guten Wind und dazu sehr viel Welle. Am Dienstag war es ein bisschen wie am Montag, aber ein bisschen mehr Wind. Nach den Wettfahrten wollten wir eigentlich ins Schwimmbad, aber es gab dort nur ein einziges Becken, das wäre uns zu langweilig gewesen. Alles im Ganzen war es mega!
Wir sind Anni und Ole und nahmen am ersten Mal am Störtebeker Opti Cup teil. Am ersten Tag luden wir unsere Optis ab und wir gingen zur Anmeldung. Sonntags standen wir früh auf und gingen zum Frühstück und bauten unsere Segel und Boote auf, aber es war totale Flaute. Wir fuhren raus und wieder rein, am Ende waren wir baden und machten uns einen schönen Tag. Montags dann fuhren wir um 9 Uhr aufs Wasser und es waren einige Riesenwellen, aber der Wind war schön. Wir fuhren vier Wettfahrten, manchen wurde seekrank wegen der Wellen, am Ende gab es Spaghetti und Bolognese. Am vierten Tag war es sehr schwer abzulegen wegen der Wellen, aber wir schafften es trotzdem und fuhren drei Wettfahrten. Nach dem Segeln nahmen wir mit Mama Marie die Fähre zur Düne während unsere Eltern Boote, Zubehör und Gepäck zusammenpackten. Die Siegerehrung am Abend war toll, alle bekamen eine Medaille und ein Tombolalos für eine Überraschungstüte. Am letzten Tag checkten wir alle aus und machten uns noch einen schönen Tag auf Helgoland, bis die Fähre uns am späten Nachmittag nach Büsum brachte. Das Schiff „Funny Girl“ schaukelte ganz doll. Ole wurde 10. Platz bei den Optimisten B und Anni belegte den 18. Platz bei den Optimisten A.
Frieda’s Bericht vom Störtebeker Opti-Cup: Ich finde es toll, dabei gewesen zu sein, es war eine ganz schöne Aufgabe, bei der ich dabei gewesen bin. Die Nordsee ist ein stürmisches, aber schönes Gewässer mit hoher Welle. Ich bin zwar nur eine Wettfahrt durchgesegelt, aber es ging mir auch nicht so gut. Immerhin bin ich jedes Mal mit rausgefahren und überhaupt mit nach Helgoland gefahren, denn das haben sich nicht viele getraut aus unserem Verein. Ich freue mich auch sehr für die anderen, die auch gesegelt sind, ganz besonders für Klara Emma, sie segelt noch nicht lange und schaffte diese Regatta schon. Sie kann echt stolz auf sich sein. Ole und Anni haben es sehr gut gemeistert. Als wir angereist sind, hatte ich eine kleine Pechsträhne, aber später wurde es immer besser. Am zweiten Tag war Flaute, aber wir sind trotzdem rausgefahren und dann gleich wieder rein. Wir spielten dann am Strand, sammelten Seegläser, das sind abgeschliffene Glasstückchen, und sind baden gegangen. Am dritten Tag sind wir rausgefahren, da gab es sehr hohe Wellen und viel Wind. Da habe ich nur eine Wettfahrt geschafft. Am vierten Tag habe ich nur eine halbe Wettfahrt geschafft. Am fünften Tag fuhren wir mit der Fähre und dann mit dem Auto nach Hause. Ich danke allen Beteiligten, die etwas für uns Segelkinder getan haben.
Opti-Abenteuer auf Helgoland – ein Elternbericht:
Anreise mit besonderem Gepäck Am Morgen des 1. August trafen sich bei schönstem Wetter vier Röbeler Opti-Segelkinder und ihre Familien sowie Vereinstrainer Mark und seine Familie am Fährhafen in Büsum. Der neue Vereinstrailer war rechtzeitig für diese Regattareise fertig geworden. Beladen mit dem Trainerboot und fünf Optis – darunter ein Gast-Opti der Warener Segelfreunde – war er bereits im Bauch des Frachters „Knudshoern“ verstaut. Unsere Fähre „Funny Girl“ legte pünktlich in Richtung Helgoland ab. Die meisten genossen die Überfahrt bei schönem Wetter an Deck und freuten sich, nach etwa zwei Stunden die roten Felsen der Insel am Horizont zu entdecken. Auf Helgoland angekommen, hieß es zunächst, auf die „Knudshoern“ mit den Booten zu warten. Der Frachter traf etwas später ein als erwartet. Da niemand wusste, in welcher Reihenfolge die Trailer und die zahlreichen Paletten mit Verpflegung und Veranstaltungsmaterial aus dem Frachter gehoben würden, wurde jede neue Ladung am Kran mit großem Hallo begrüßt. Unser Trailer ließ sich bis zuletzt Zeit. Die Boote waren jedoch schnell abgeladen und zum Südstrand gezogen, sodass noch genügend Zeit blieb, die Unterkünfte zu beziehen oder die Zelte aufzubauen. Zur offiziellen Begrüßung und Eröffnung am Regattabüro waren trotzdem alle rechtzeitig wieder versammelt. Gleich im Anschluss gab es für alle ein leckeres Abendessen vom Grill. Dabei wurde erstmals deutlich, wie routiniert und gut organisiert die Veranstaltung war, die in diesem Jahr bereits zum 22. Mal stattfand.
Ein unerwartet ruhiger Auftakt
Der nächste Tag begann mit einem reichhaltigen Frühstück, bevor die erste Steuermannsbesprechung stattfand. Neben den für den Tag geltenden Regeln wurde den Kindern dabei vor allem auf beruhigende Weise vermittelt, dass ihre Sicherheit und ihr Wohlbefinden in dem für viele neuen und anspruchsvollen Revier an allererster Stelle stehen. Nach einer obligatorischen Sicherheitsüberprüfung durch die Veranstalter wurden die Boote mit vereinten Kräften zum Strand und ins Wasser geschoben. Für die Eltern war es ein besonderer Moment, die Kinder auf die Nordsee hinausfahren zu sehen – mit einiger Anspannung, aber vor allem mit großem Stolz. Das Revier zeigte sich allerdings außergewöhnlich zahm, sodass zwar alle hinausfuhren, aber bereits mittags ohne eine einzige Wettfahrt zurückkehrten. Wir machten das Beste daraus und setzten zur Nachbarinsel „Düne“ über, deren weitläufige Strände zum Spazierengehen und Baden einluden. Auch einige der berühmten Robben ließen sich aus nächster Nähe beobachten – im Wasser und beim Sonnenbaden am Strand.
Die Nordsee zeigt, was sie kann
Am zweiten Wettkampftag wurden die Kinder und ihre Begleitpersonen bereits auf dem Weg zum Frühstück von kräftigem Wellenrauschen im Südhafen begrüßt. Beim Aufbau der Boote auf der Promenade flatterten die Segel lautstark im Wind, und die Anspannung war bei allen deutlich zu spüren. Nach einer weiteren Sicherheitskontrolle durch die Veranstalter wurden die Boote der Reihe nach zum Strand gebracht und ins Wasser geschoben. Die kräftigen Wellen überraschten jedoch viele. Beim Befestigen der Ruder und Hinausschieben der Optis blieben zahlreiche Helferinnen und Helfer völlig durchnässt am Strand zurück. Dennoch schafften es alle Kinder aufs Wasser – eine tolle Leistung bei einer Wind- und Wellenlage, die für viele völlig neu war. Auch hier noch einmal ein Lob an die Veranstalter, die bei technischen Defekten schnell und unkompliziert unterstützten, damit wirklich jedes Kind dabei sein konnte. Interessierte Begleitpersonen durften während der Wettfahrten den beeindruckenden Rettungskreuzer „Hermann Marwede“ besichtigen, der auf Helgoland stationiert ist.
Am Nachmittag kehrten die Kinder erschöpft und stolz von ihrem ersten Hochseetag zurück. Anschließend gab es wieder ein leckeres gemeinsames Abendessen. Am dritten Wettkampftag wussten die Eltern bereits, was sie am Strand erwartete - einige erschienen vorsorglich gleich in Badekleidung. Nach der letzten Wettfahrt am Dienstag unternahmen alle Röbeler Kinder noch einmal einen Ausflug zur Nachbarinsel „Düne“. Dort konnten sie sich nach den Strapazen der Regatta beim Baden und Spielen am Strand austoben, während wir die Optis und das Schlauchboot wieder auf den Trailer packten. Der beladene Trailer trat noch am selben Abend die Rückreise an.
Siegerehrung und Abschluss
Am Abend fand die Siegerehrung statt. Sie war von großer Wertschätzung gegenüber allen Teilnehmenden geprägt: Jedes Kind wurde namentlich aufgerufen und nahm eine Medaille und eine Tombola-Tüte mit und natürlich den Stolz, erfolgreich auf der Nordsee gesegelt zu sein. Am letzten Morgen kamen alle Teilnehmenden und Begleitpersonen noch einmal zu einem gemeinsamen Frühstück zusammen. Anschließend nutzten die Familien den freien Tag für individuelle Erkundungen der Insel, bevor sie sich um 17 Uhr zur Rückfahrt im Fährhafen einfanden. Das Material war bereits in Büsum angekommen. Nachdem alles noch einmal umsortiert und sicher befestigt worden war, machten sich alle auf den Weg – nach Hause oder zu weiteren Urlaubszielen in der Region. Zurück bleibt die Erinnerung an herzliche Gastgeber und eine hervorragend organisierte Veranstaltung in durchgehend familiär-freundlicher Atmosphäre – und an ein besonderes Erlebnis auf einer wunderschönen Insel.
Für die Röbeler Segelkinder war die Regatta ein echtes Abenteuer: neue Bedingungen, große Wellen, viel Gemeinschaft und die Erfahrung, über sich selbst hinausgewachsen zu sein.
Bilder: © Christian Beeck www.ChristianBeeck.de / Störtebeker Opticup
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